Wer Geschäftsprozesse automatisieren will, steht schnell vor der Frage: Make oder n8n? Beide Plattformen gehören zu den beliebtesten Automatisierungstools auf dem Markt und versprechen, repetitive Aufgaben ohne Programmierkenntnisse zu eliminieren. Doch die Unterschiede in Funktionsumfang, Preismodell und Bedienbarkeit sind erheblich. In diesem Vergleich zeigen wir Ihnen, welches Tool besser zu Ihrem Unternehmen passt.
Was sind Make und n8n?
Make (ehemals Integromat) ist eine Cloud-basierte Automatisierungsplattform, die seit 2012 auf dem Markt ist. Das Tool bietet eine visuelle Drag-and-Drop-Oberfläche, mit der Sie sogenannte Szenarien erstellen: automatisierte Workflows, die verschiedene Apps und Dienste miteinander verbinden. Von der automatischen Rechnungserstellung bis zur Synchronisierung von CRM-Daten lässt sich nahezu jeder wiederkehrende Prozess abbilden.
n8n ist eine Open-Source-Automatisierungsplattform, die 2019 in Berlin gegründet wurde. Der entscheidende Unterschied: n8n kann sowohl als Cloud-Dienst als auch selbst gehostet auf eigenen Servern betrieben werden. Das macht die Plattform besonders interessant für Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen.
Benutzerfreundlichkeit im Vergleich
Make punktet mit einer extrem intuitiven Oberfläche. Die visuelle Darstellung von Workflows als verbundene Module ist sofort verständlich, auch für Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund. Neue Szenarien lassen sich in Minuten zusammenklicken, und die Plattform führt den Nutzer Schritt für Schritt durch die Konfiguration.
n8n verfolgt einen ähnlichen visuellen Ansatz, bietet aber deutlich mehr technische Tiefe. Wer JavaScript-Kenntnisse mitbringt, kann in sogenannten Function-Nodes eigenen Code schreiben und damit nahezu jede Logik abbilden. Für rein technisch versierte Teams ist das ein Vorteil, für Einsteiger kann es jedoch überwältigend wirken.
Unsere Erfahrung: Für Teams ohne Entwickler empfehlen wir Make als Einstieg. Sobald die Anforderungen komplexer werden, lohnt sich ein Blick auf n8n.
Integrationen und Konnektoren
Beide Plattformen unterstützen Hunderte von Integrationen, unterscheiden sich aber im Detail:
- Make: Über 1.500 vorgefertigte App-Integrationen, darunter alle gängigen CRM-, ERP- und Marketing-Tools. Neue Konnektoren werden regelmäßig hinzugefügt.
- n8n: Rund 400 native Integrationen, dafür aber mit der Möglichkeit, über HTTP-Requests und Custom Nodes praktisch jede API anzubinden. Die Community steuert zusätzliche Konnektoren bei.
Für die meisten mittelständischen Unternehmen sind die Standard-Integrationen von Make ausreichend. Wer jedoch Nischen-Software oder eigene Systeme anbinden muss, profitiert von der Flexibilität von n8n. Im Rahmen einer professionellen Prozessautomatisierung helfen wir Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.
Preismodell: Cloud vs. Self-Hosting
Hier zeigen sich die größten Unterschiede:
Make Preise
- Free: 1.000 Operations pro Monat, begrenzte Szenarien
- Core: Ab 9 USD/Monat für 10.000 Operations
- Pro: Ab 16 USD/Monat mit erweiterten Features
- Enterprise: Individuelle Preise für große Unternehmen
n8n Preise
- Community (Self-hosted): Kostenlos und unbegrenzt, aber Sie tragen die Hosting-Kosten und den Wartungsaufwand
- n8n Cloud: Ab 20 EUR/Monat, dafür vollständig gemanagt
- Enterprise: Individuelle Preise mit SSO, Audit-Logs und dediziertem Support
Für Unternehmen mit hohem Automatisierungsvolumen kann n8n im Self-Hosting deutlich günstiger sein. Bei kleineren Projekten mit wenigen Workflows bietet Make das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, da keine Server-Infrastruktur nötig ist.
Datenschutz und DSGVO
Für deutsche Unternehmen ist der Datenschutz ein entscheidender Faktor. Make verarbeitet Daten in der EU und ist DSGVO-konform. Dennoch fließen die Daten über externe Server. n8n bietet hier einen klaren Vorteil: Im Self-Hosting-Modus verlassen die Daten niemals Ihre eigene Infrastruktur. Das ist besonders relevant für Branchen mit strengen Compliance-Anforderungen wie Anwaltskanzleien, Arztpraxen oder Finanzdienstleister.
Leistung und Skalierbarkeit
Make begrenzt die Anzahl der Operations je nach Tarif. Das bedeutet: Je mehr Workflows Sie ausführen, desto höher steigen die Kosten. Bei saisonalen Spitzen kann das schnell teuer werden.
n8n im Self-Hosting kennt keine solchen Beschränkungen. Die Leistung hängt allein von Ihrer Server-Infrastruktur ab. Für Unternehmen, die Tausende von Automatisierungen pro Tag ausführen, ist das ein wesentlicher Vorteil.
Für wen eignet sich welches Tool?
Make ist ideal für:
- Kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung
- Teams, die schnell erste Automatisierungen umsetzen wollen
- Unternehmen mit Standardprozessen (CRM-Sync, E-Mail-Workflows, Social Media)
- Einsteiger in die Prozessautomatisierung
n8n ist ideal für:
- Unternehmen mit strengen Datenschutzanforderungen
- Teams mit technischer Kompetenz oder eigener IT
- Hohe Automatisierungsvolumen, bei denen Pay-per-Operation teuer wird
- Individuelle Workflows, die Custom Code erfordern
Unser Fazit: Es kommt auf Ihre Ausgangslage an
Beide Tools sind hervorragend und können den Arbeitsalltag im Mittelstand massiv vereinfachen. Make überzeugt mit Benutzerfreundlichkeit und schnellem Einstieg, n8n mit Flexibilität und Datensouveränität. In der Praxis setzen wir bei Franklin&Partners häufig beide Plattformen ein, je nach Kundenanforderung.
Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die richtige Strategie dahinter. Welche Prozesse automatisieren Sie zuerst? Wie integrieren Sie die Automatisierung in bestehende Systeme? Und wie schulen Sie Ihr Team? Genau diese Fragen klären wir in unserer Expert-Consulting-Beratung.
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